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10. "Schelmenroman und Versnovelle" - SoSe 2020. 24.6.2020

Leng, Rainer

Die Mediendatei ist nicht mehr verfügbar.

Abstract:

Der europäische Schelmenroman führt seine Entstehung üblicherweise auf das Spanien des 16. Jh. zurück. Als bedeutendster deutschsprachiger Vertreter gilt Grimmelshausens ‚Simplicissimus‘ (1668). Dabei wird häufig übersehen, dass sich vergleichbare Texte auch im deutschsprachigen Mittelalter finden lassen. In Abkehr von der hehren Werteordnung der höfischen Literatur stellten ab der Mitte des 13. Jh. volkssprachliche Autoren Figuren in den Mittelpunkt ihrer Werke, in denen sich moralisch zweifelhafte Helden aus den unteren Volksschichten mit Witz und Tücke durchs Leben schlagen, und dabei die Scheinmoral ihrer meist höherrangigen Widersacher vorführen. Zentrale Texte sind die anonyme Erzählung ‚Moritz von Craûn‘, Strickers ‚Der Pfaffe Amis‘ (um 1240) und der ‚Meier Helmbrecht‘ von Wernher dem Gartnaere (3. V. 13. Jh). Gattungsgrenzen sind freilich nicht immer klar zu ziehen. Heinrich Wittenwilers ‚Ring‘ (1408/10) schwankt zwischen Lehrgedicht und unflätigem Schwank. Behandelt werden weiterhin kürzere Versnovellen des Strickers, Konrads von Würzburg, Herrands von Wildonie oder Hans Rosenplüts, die zwischen provokativen, lehrhaft satirischen und derb erotischen Elementen die europäische Novellistik vorbereiten.


Zugehörige Institution(en) am KIT Institut für Germanistik: Literatur, Sprache, Medien (GER)
Publikationstyp Audio & Video
Publikationsdatum 24.06.2020
Erstellungsdatum 22.06.2020
Sprache Deutsch
Identifikator KITopen-ID: 1000120362
Lizenz Creative Commons Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International
Schlagwörter Bürgerliche Märendichter - Heinrich Kaufringer - Hans Rösenplüt, der Schnepperer - Hans Folz - Radikalisierung und Reduktion der Märendichtung - Kontingenzbewältigung durch grotesken Humor - bürgerliche Elemente in der Märendichtung?
Serie Schelmenroman und Versnovelle - Vorlesung, SoSe 2020
Folge 10
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