From Startup Support to System Transformation: Intermediaries in Circular Entrepreneurial Ecosystems
Finner, Ann-Sophie
Abstract:
Diese Dissertation untersucht, wie Intermediäre zirkuläre Startups innerhalb von Entrepreneurial Ecosystems (EEs) unterstützen und wie ihre Aktivitäten zur Transformation hin zu einer Circular Economy (CE) auf Ökosystem- und institutioneller Ebene beitragen. Obwohl das Interesse an zirkulärem Unternehmertum und EEs wächst, fehlt bislang ein integriertes Verständnis darüber, wie Intermediäre die Struktur von Ökosystemen, deren relationale Dynamiken sowie institutionelle Logiken prägen und dadurch die Entwicklung zirkulärer Startups beeinflussen.
Zur Schließung dieser Forschungslücke verfolgt die Arbeit ein multimethodisches Forschungsdesign. ... mehrEine systematische Literaturrecherche (SLR) konzeptualisiert Circular Entrepreneurial Ecosystems (CEEs), indem sie aufzeigt, wie etablierte Ökosystemelemente qualitativ neu ausgerichtet werden müssen, um den Bedürfnissen zirkulärer Startups gerecht zu werden. Empirische Analysen auf der Grundlage von einer Sozialen Netzwerkanalyse und Experteninterviews erweitern diese Konzeptualisierung, indem sie die strukturelle Entstehung von CEEs untersuchen und intermediärzentrierte, wenig verdich-tete und vertrauensbasierte Subökosysteme identifizieren. Da beide Studien die zentrale Bedeutung von Intermediären für die Gestaltung von CEEs hervorheben, untersucht die dritte Studie ihre Funktionen systematisch. Eine zweite SLR entwickelt hierfür ein Mehrebenenframework intermediärer Einflussmechanismen, das Konfigurationen, Wirkungsmechanismen und Ergebnisse auf der Mikro-, Meso- und Makroebene abbildet. Die vierte Studie analysiert, wie sich diese Funktionen in institutionellen Logiken manifestieren. Die Studie zeigt, dass Intermediäre die Community und Entrepreneurial-Market Logik weitergeben und eine bisher nicht erkannte transversale zirkuläre Logik kultivieren. Diese Logik fungiert als zusätzliche Ebene und definiert unternehmerische Zielsetzung, Legitimität und Wertschöpfung neu. Da die vorangegangenen Studien belegen, dass Intermediäre das strukturelle und institutionelle Rückgrat von CEEs bilden, muss zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft auf diesen bestehenden Mechanismen aufgebaut werden. Vor diesem Hintergrund entwickelt und validiert ein Design-Science-Research-Ansatz ein Circular Support Aligment Artefakt, das Intermediären ermöglicht CE in ihre Unterstützungsstrukturen zu integrieren und die systemische Ausrichtung innerhalb von CEEs zu verbessern.
Diese Dissertation leistet mehrere Beiträge. Konzeptionell führt sie CEEs als analytisches Rahmenwerk zur Untersuchung zirkulären Unternehmertums ein. Theoretisch identifiziert sie Zirkularität als transversale institutionelle Logik und positioniert Intermediäre als institutionelle Unternehmer, die zu einer Transformation hin zu einer CE beitragen. Empirisch liefert sie Evidenz für die Herausbildung von CEEs sowie für intermediärgetriebene relationale Dynamiken. Methodisch und praktisch stellt sie validiertes Designwissen bereit, das Intermediäre dabei unterstützt, ihre Aktivitäten an Zirkularität auszurichten und ihre systemische Rolle innerhalb von CEEs zu stärken.
Abstract (englisch):
This thesis investigates the research objective of how intermediaries support circular startups within entrepreneurial ecosystems (EEs) and how their activities contribute to circular economy (CE) transformation across ecosystem and institutional levels. Although interest in circular entrepreneurship and EEs is growing, existing research lacks an integrated understanding of how intermediaries shape ecosystem structures, relational dynamics, and institutional logics in support of circular startups.
To address this gap, the thesis employs a multi-method research design. ... mehrA systematic literature review (SLR) conceptualizes circular entrepreneurial ecosystems (CEEs) by identifying how established EE elements require qualitative reconfiguration to meet circular startup needs. Empirical analyses based on social network analysis and expert interviews enrich the conceptualization by examining the structural emergence of CEEs, revealing intermediary-centric, low-density, and trust-based subecosystems. As both studies demonstrate the centrality of intermediaries in shaping CEEs, the third study systematically examines their functions. A second SLR develops a multilevel framework for intermediary influence, mapping configurations, mechanisms, and outcomes across micro-, meso-, and macro-levels. The fourth study explores how these functions materialize within institutional logics. It shows that intermediaries transmit community and entrepreneurial-market logics and cultivate a previously unrecognized transversal circular logic. This logic acts as an additional layer, redefining entrepreneurial purpose, legitimacy, and value creation. Finally, as the prior studies demonstrate that intermediaries form the structural and institutional backbone of CEEs, strengthening circularity requires building on these existing mechanisms. Responding to this need, a design science research approach develops and validates a circular support alignment artifact that enables intermediaries to integrate circularity into their support structures and enhance systemic alignment within CEEs.
Consequently, this thesis offers several contributions. Conceptually, it introduces CEEs as a framework for understanding circular entrepreneurship. Theoretically, it reveals circularity as a transversal institutional logic and positions intermediaries as institutional entrepreneurs contributing to CE transformation. Empirically, it provides evidence of emerging CEE structures and intermediary-driven relational dynamics. Methodologically and practically, it delivers validated design knowledge supporting intermediaries in aligning their activities with circularity and strengthening their systemic role within CEEs.